Leitlinien

Die obersten Leitlinien der Erziehungs- und Unterrichtsarbeit an der Konradin-Realschule Friedberg liefern selbstverständlich die Erziehungs- und Bildungsziele, die in Artikel 131 unserer Bayerischen Verfassung verankert sind: „Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden“. Gerade die Herzens- und Charakterbildung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen wollen wir über eine qualifizierte Wissensvermittlung hinaus in Zeiten eines heftig beklagten Werteverlustes und einer vielerorts aus den Fugen geratenen Welt besonders fördern.

Eine nachhaltige Wegzehrung für das Leben in einer „schnelllebigen Mediengesellschaft“ mit wachsenden Ansprüchen besteht aus einer tragfähigen Ausstattung an Grundwissen und Kompetenzen sowie einer echten Identifikation mit anerkannten Tugenden und Werten. Dem trägt das Wirken der Lehrkräfte an der Konradin-Realschule Rechnung. In den drei Wahlpflichtfächergruppen I, II und III mit den Profilfächern Französisch und Kunsterziehung werden die Schülerinnen und Schüler erfolgreich auf einen gelingenden Eintritt ins Berufsleben wie auf den nahtlosen Übertritt in eine weitere Schullaufbahn an der benachbarten Fachoberschule und anderen Bildungseinrichtungen bis hin zum Hochschulstudium vorbereitet.

Wesentliche Bausteine und Ecksteine des Schulprofils

Über den Unterricht hinaus ist die musische Bildung der Schülerinnen und Schüler ein großes Anliegen unserer Schulfamilie. Wir lassen uns von den drei Musen, der bildenden Kunst, dem Theater und der Musik beflügeln. Die ansehnliche Gestaltung des Schulhauses mit Arbeiten aus dem Kunstunterricht schafft eine freundliche und gedeihliche Atmosphäre im Lebensraum Schule, in der renommierten Theatergruppe sowie in mehreren Schulmusikgruppen wie den beiden Schulbands, den Bläserklassen und dem Schulblasorchester pflegen unsere Kinder und Jugendlichen ihre musischen Leidenschaften auch in Auftritten über die Schule hinaus in Veranstaltungen in der Öffentlichkeit.

Ein aktuelles Anliegen ist der Ausbau unserer Willkommenskultur: Auf den Informationsabend mit Öffnung des Schulhauses und Präsentation des Schul-lebens folgt die Einschreibung mit Verköstigung durch den Elternbeirat. Die neu angemeldeten Schülerinnen und Schüler bauen am „Schnuppertag“ bereits vor ihrem offiziellen Eintritt in die Realschule Hemmschwellen ab und sehen dem Schulwechsel gelassen entgegen. Am ersten Schultag werden die Kinder mit ihren Eltern im Rahmen einer Feier mit Musik und guter Laune freundlich in der Aula empfangen. Bei den „Kennenlerntagen“ wird die neue Klassengemeinschaft vertieft und gefestigt. In Workshops werden behutsam Prüfungsängste abgebaut und Lernstrategien vermittelt. Darüber hinaus werden die „Neuen“ von Tutoren durch die Anfänge ihrer Realschullaufbahn begleitet.

Nicht nur unseren Eltern liegt die „Berufliche Orientierung“ unserer Real-Schülerinnen und Schüler besonders am Herzen. Neben vielfältigen Infor-mationen im Rahmen des Schwerpunktthemas in der 9. Jahrgangsstufe werden die Schüler bei einschlägigen Info-Veranstaltungen, beim freiwilligen Betriebspraktikum, bei Betriebserkundungen, beim Planspiel Börse und der Berufsberatung durch die Arbeitsagentur intensiv an einem Informationstag durch vielfältige „Berufswelten“ begleitet. Danach werden sie von „echten Bewerbungs-Checkern“ von den Wirtschaftsjunioren Augsburg aus der realen Arbeitswelt auf einen erfolgreichen Eintritt ins Berufsleben vorbereitet. Projekte mit der Hochschule und mit der Universität Augsburg, das Kooperationsmodell mit der Beruflichen Oberschule Friedberg sowie die 2015 begründete Schul-partnerschaft mit der Friedberger Firma Voxeljet leisten weitere wertvolle Beiträge zur beruflichen Orientierung unserer Schüler.

Ein weiteres Schwerpunktanliegen der Schule ist es, den wachsenden Herausforderungen durch aktuelle Fehlentwicklungen in der Gesellschaft und durch moderne Medien heilend zu begegnen. Der Gewalt-, Drogen und Mobbing-Prävention dienen beispielsweise Elternabende zu den „Gefahren des Internets“ mit kompetenten Referenten, einschlägige Work-Shops für Schüler und Eltern wie „Fair geht vor“, „KliK“, „Anti-Mobbing-Tage“, „Internet-führerschein“, „Handytag“, „Safer Internet Day“, Shared Concern Methode und das Streitschlichterprojekt.

Die Balance zwischen der Kernaufgabe der Schule, einem qualifizierten Unterricht, und einem an Bedeutung gewinnenden Umfeld, einem reichhaltigen und vielfältigen Schulleben, dieses Gleichgewicht zwischen „Standbein und Spielbein“, dieser Ausgleich zwischen "Acker und Spielwiese", zwischen „Pflicht und Kür“ kommt im Schullogo zum Ausdruck: Ein in frischem, fröhlichem Frühlingsgrün gehaltenes Quadrat symbolisiert den rechtlichen und instrumentellen Rahmen der Schule, die Schulordnung, den Lehrplan, die Stundentafeln, die Prüfungen. Eine schwungvoll frei mit dem Pinsel gezogene Spirale in der komplementären Signalfarbe Rot greift dynamisch über das vergleichsweise starre Geviert hinaus; sie versinnbildlicht das pulsierende Schulleben der Konradin-Realschule mit vielerlei Facetten. Darüber prangt als Zeichen der Einbettung der Schule in die Stadt Friedberg krönend die Initiale unseres Namensgebers König Konradin, unseres Stadtgründers.

Für alle Angehörigen unserer Schulgemeinschaft gilt als Leitsatz der täglichen Arbeit ein Satz unseres Kultusministers Dr. Ludwig Spaenle: „Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt der Bildungsarbeit".

In diesem Sinne wirken die Beteiligten im Räderwerk Konradin-Realschule in gegenseitigem Vertrauen zusammen. Schüler, Eltern und Lehrer trachten bei aller konstruktiven Kritik nach einem respektvollen Umgang, der sich in engagierten Klassensprechertagungen, den anregenden Klasseneltern-versammlungen, leidenschaftlichen Sitzungen des Schulforums, harmonischen Konferenzen des Elternbeirats, im aktuellen Konzept "Von der Elternarbeit zur Erziehungspartnerschaft" sowie in regelmäßigen Projekten und unermüdlichen pädagogischen Anstrengungen im Alltag zeigt. Auch in der reibungslosen und engen Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern wie dem Sachaufwandsträger, benachbarten Schulen, örtlichen Vereinen, Ämtern und Institutionen, der Stadtkapelle Friedberg, den Partnerschulen in Frankreich, England und Italien sowie der Partnerfirma wird ein freundschaftlicher Ton gepflegt. Die Konradin-Realschule sieht sich als profilierte und in der Öffentlichkeit geachtete Bildungseinrichtung und ist bestrebt, ihr hohes Ansehen in der Stadt Friedberg und im Landkreis Aichach-Friedberg, dem "Wittelsbacher Land" weiter zu mehren.

Als Anerkennung ihrer besonderen außerunterrichtlichen Aktivitäten in den Bereichen Musische Bildung, Willkommenskultur und Präventionsarbeit erhielt die Konradin-Realschule im Oktober 2015 eine Auszeichnung von Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Die Hausordnung, die als verbindliches Regelwerk im breiten Konsens in der Schulfamilie Lehrern, Eltern und Schülern über eine allgemeine Orientierung hinaus konkrete Verhaltensregeln als Leitplanken im schulischen Alltag liefert, wurde 2015 aktuellen Entwicklungen angepasst und als „Schulverfassung“ mit Wirkung vom 1. Januar 2016 neu in Kraft gesetzt.

Friedberg, im Januar 2016
Anton Oberfrank, Schulleiter