Schülerinnen und Schüler der Konradin-Realschule in Island

Besuch der Erasmus-Partnerschule Ingunnarskóli in Reykjavik

Ende März machte sich das Erasmus-Team der Konradin-Realschule auf den Weg ins Land der Elfen und Trolle, nach Island, um dort gemeinsam mit den Erasmus-Partnerschulen aus Dänemark, Deutschland, Island und Spanien am Projekt „The planet needs you - facts, activities and hope“ zu arbeiten.

Der erste Projekttag fand in der Ingunnarskóli statt, in der sich die einzelnen Projektteams zunächst vorstellten und Ideen und Projekte zum Klimaschutz in ihrer Heimat präsentierten. In Nachhaltigkeitsworkshops konnte die internationale Schülerschaft Ideen sammeln, wie man Konsum vermeiden kann: ein Körperpeeling aus Lava-Asche, Zucker und Öl mixen, kleine Täschchen aus einem alten Kinoplakat nähen, Kerzen aus alten Wachsresten zaubern, ein neues Kunstwerk aus alten Kalenderbildern schaffen oder Eiscreme nur mit natürlichen Inhaltsstoffen herstellen.

37 Die Konradiner mit ihren Hosts 1

Dass Island ein ganz besonders Land ist, davon konnten sich die Schülerinnen und Schüler beim Besuch des „Golden Circle“ überzeugen. Wasserfälle von erstaunlichem Ausmaß wie der Gullfoss oder Geysire wie Strokkur ließen einen die Kraft der Natur spürbar werden.

13 Geysir Stokkur

Dass so beeindruckende Schönheit auch energietechnisch nutzbar gemacht werden kann, erfuhr das Projektteam im Hellisheiði-Kraftwerk, einem Geothermalkraftwerk, das elektrische Energie erzeugt und Warmwasser liefert. Anders als bei uns ist in Island Warmwasser in der Natur vorhanden und kann relativ günstig zum Heizen genutzt werden.

16 Im Geothermalkraftwerk

Daher ist es auch möglich, in einem kalten Land wie Island Tomaten anzubauen, wovon sich die Schülerinnen und Schüler in Fridheimar überzeugen konnten. Riesige Gewächshäuser beherbergen dank des exzellenten isländischen Wassers geschmackvolle Bio-Tomaten, die ohne Pestizide auskommen und von importierten Hummeln befruchtet werden. Unterschiedliche klimatische und geologische Voraussetzungen lassen Menschen unterschiedliche Lösungsansätze entwickeln. So arbeitet man in Island auch an Ideen, CO2 in Stein umzuwandeln, indem man es mit Basalt und Wasser verbindet.

Die Teile Islands, die das internationale Projektteam beim Tagesausflug nicht sehen konnte, erlebte es bei einem digitalen „Rundflug“ über Island im Film „Fly over Iceland“. Im Anschluss erkundeten unsere Konradiner zusammen mit den gastgebenden Schülern per Stadtrallye die Hauptstadt, die mit ihren 133 000 Einwohnern recht übersichtlich ist.

26 Reykjavik

„Iceland is very young, Iceland is very active.“, so die Worte des Präsidenten Guðni Jóhannesson, der die Erasmusschüler in seine Residenz einlud, zu seinem Land. Er hält Schüleraustausche wie diese für sehr wichtig, da sie Gelegenheit bieten, unterschiedliche Länder und Kulturen in ihrer Andersartigkeit wahrzunehmen und zu verstehen. Viele der jungen Menschen möchten doch meist dasselbe: studieren, neue Leute kennenlernen, nett zueinander sein. Seiner Meinung nach ist das Erasmus-Programm hervorragend. Dass der bei den Isländern sehr beliebte Präsident, der stets bunte Socken trägt, die ganze internationale Gruppe zu „Icelandic Pancake“ und Saft einlud, stieß auf helle Begeisterung. Schülerinnen und Schüler, die wie Staatsgäste behandelt werden, das gibt es wohl nur hier.

28 Beim Präsidenten

Beim letzten Projekttag machte der berühmte isländische Schriftsteller Andri Snær Magnason deutlich, wie wichtig es ist, gegen den Klimawandel aktiv zu werden. „Warum reagieren wir nicht auf etwas, das so ernst ist?“, fragt sich der Autor des Buches „Wasser und Zeit. Eine Geschichte unserer Zukunft“. Er appellierte an die jungen Menschen, mitzuhelfen Lösungen für die Klimaprobleme unserer Zeit zu finden, denn Menschen würden eigentlich immer Lösungen für Probleme finden und die nächsten 30 Jahre seien entscheidend dafür. 

31 Andri Snaer Magnason

Im Perlan-Museum konnten sich die Schülerinnen und Schüler mit den vielfältigen Naturerscheinungen Islands auseinandersetzen, die dort erklärt und erlebbar werden, wie z.B. eine Eishöhle mit -15°Celsius oder die Nordlichter in einer Art Planetarium. Aufgrund der „Lichtverschmutzung“ kann man nämlich die „Auroras“ in Reykjavik natürlich kaum sehen. 

36 Bayern in Island